Dienstag, 1. September 2015

Nach Zensurvorwürfen: Genderkritische »Hart aber fair«-Folge wieder in der WDR-Mediathek

(Freie Welt)  Die Entscheidung eine Sendung von Plasbergs Talkshow »Hart aber fair« zu Gender Mainstreaming nach Protesten von Feministen aus der WDR-Mediathek zu nehmen, hat hohe Wellen geschlagen. Jetzt ist die Folge wieder online.

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) nahm die Folge von Plasbergs Talkshow »Hart aber fair« aus dem März zu Gleichberechtigung und Gender Mainstreaming jetzt doch wieder in seine Online-Mediathek auf. Die Entscheidung traf Fernsehdirektor Jörg Schönenborn in Abstimmung mit der Redaktion.

Schönenborn erklärte: »Die Sendung aus der Mediathek zu nehmen, war eine Entscheidung der Programmverantwortlichen, der eine lange, selbstkritische Diskussion der Sendung vorausging. Daß daraus der Vorwurf der Zensur und Selbstzensur abgeleitet würde oder der Eindruck, wir seien vor Lobbygruppen eingeknickt, hatte ich mir nicht vorstellen können.«

Er sagte, die heftigen Reaktionen auf die Entfernung hätten gezeigt, daß die Entscheidung nicht richtig gewesen sei. Die Sendung war damals aus dem Online-Archiv entfernt worden, nachdem Feministen ihrerseits gegen einen vermeintlichen Sexismus in Wortbeiträgen gegen Gender Mainstreaming protestierten.

Dabei erzürnte die Feministen unter anderem, daß die bundesweit 190 Professorenstellen für Geschlechterforschung an Hochschulen in Frage gestellt sowie die mit Kosten von einer Million Euro verbundende Umbenennung von Studentenwerken in Studierendenwerken kritisiert wurden.

Antwort der Partei "Die Linke" auf Postkartenaktion von SOS LEBEN

Seit Ende August führt die Aktion SOS LEBEN eine Postkartenaktion, die an die Partei „Die Linke“ gerichtet ist. Grund war der Aufruf zu einer Blockade des „Marsches für das Leben“ am 19. September 2015 auf. Der Text der „SOS-LEBEN-Postkarte“:

Sehr geehrte Frau Kipping, sehr geehrter Herr Riexinger,
ich bin erschüttert über den Aufruf der Partei „Die Linke“ vom 29. Juni 2015, den „Marsch für das Leben“ zu blockieren.
Sie sollten ernst nehmen, dass wir in einem freien Land leben, in welchem die Menschen selbstverständlich und ohne Angst ihre Grundrechte ausüben wollen und sollen. Ihr Ansinnen, das Versammlungsrecht und die Meinungsfreiheit einschränken oder gar ganz verhindern zu wollen, ist empörend.
Zudem sollten Sie der Tatsache Rechnung tragen, dass laut Grundgesetz das Recht des Menschen auf sein Leben vom Zeitpunkt seiner Zeugung an geschützt ist. Die Menschen, die sich für die Ungeborenen einsetzen, setzen sich also für ein Grundrecht ein, das ausdrücklich in unserer Verfassung fixiert ist.
Nehmen Sie das zur Kenntnis: Wir, die wir in einem freiheitlichen Staat leben, werden uns nicht einschüchtern lassen!


 "Die Linke" hat mit folgendem Brieftext auf die Aktion geantwortet:

Vielen Dank für Ihre Nachricht. Sie haben sich sowohl an das Büro der Parteivorsitzenden von DIE LINKE, als auch an das Bundestagsbüro von Frau Kipping sowie verschiedene weitere Mitarbeiter gewandt. Im Namen von Katja Kipping möchte ich die Gelegenheit ergreifen, einige Annahmen richtig zu stellen und hoffentlich auch einige Ihrer Befürchtungen zu zerstreuen.

Ihre Auffassung, dass Versammlungs- und Meinungsfreiheit hohe Güter sind, teilen wir uneingeschränkt. Zur Meinungsfreiheit gehört aber auch, dass OrganisatorInnen und TeilnehmerInnen von Protestveranstaltungen wie dem sogenannten „Marsch für das Leben“ damit „leben müssen“, dass ihre Meinung nicht unwidersprochen bleibt. Deswegen gibt es keinen Grund zur Aufregung, wenn anlässlich einer Veranstaltung wie dem sogenannten „Marsch für das Leben“ eben auch zu Gegenprotesten aufgerufen wird.

Sitzdemonstrationen sind ein legitimes Mittel symbolischen zivilen Ungehorsams. Seit dem Bundesverfassungsgerichtsurteil von 1995 ist dies für Sitzdemonstrationen auch rechtlich anerkannt. Im Übrigen hat es symbolische Blockaden dieses Marsches auch in den vergangenen Jahren gegeben. Ich glaube nicht, dass sich irgendeineR der TeilnehmerInnen der vergangenen Jahre geängstigt oder eingeschüchtert gefühlt hat.

Was den rechtlichen Schutz des Nasciturnus im Grundgesetz angeht, irren Sie sich. Im Grundgesetz wird die Menschenwürde geschützt und ein Recht auf Leben formuliert. Zum Rechtssubjekt und damit zum Träger von Grundrechten wird der Mensch jedoch erst mit der Vollendung der Geburt. Auch in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrecht heißt es ganz klar: „Alle Menschen sind ... gleich an ... Rechten geboren.“ Sie sitzen hier also einer Umdeutung des Inhalts des Rechts auf Leben auf, die Gruppierungen wie der „Bundesverband Lebensrecht e.V.“ (Veranstalter des sog. „Marsch für das Leben“) gezielt streuen.

Anders sieht es mit den Grundrechten von Schwangeren aus. Die sind den Veranstaltenden leider kein Zeichen wert.

Der „Bundesverband Lebensrecht“ fordert unverhohlen eine noch stärkere Kriminalisierung von Schwangeren, die sich für einen Abbruch entscheiden.

Art. 4 der UNO-Menschenrechtserklärung und der EMRK lauten:  „Niemand darf in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden“. Was ist es anderes als Leibeigenschaft, wenn eine Frau zum Austragen einer ungewollten Schwangerschaft und zum Gebären gezwungen wird? Auch mit der Menschenwürde ist dies wohl kaum in Einklang zu bringen.

Der „Bundesverband Lebensrecht“ fordert, die ohnehin schon sehr eingeschränkten Kostenübernahmen abzuschaffen, um es (insbesondere sozial ausgegrenzten und armen) Frauen faktisch unmöglich zu machen, einen Schwangerschaftsabbruch ärztlich durchführen zu lassen.

Das ist eine Verletzung des „Rechts auf Gesundheit.“ Wer für die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen eintritt, nimmt in Kauf, dass Frauen zu unsicheren Methoden greifen, Schäden davon tragen oder sogar daran versterben.

Um es zu verdeutlichen: Laut Zahlen der WHO sterben jedes Jahr ca. 50.000 Frauen, weil sie keinen legalen Zugang zu einem ärztlich durchgeführten Schwangerschaftsabbruch haben. Viele dieser Frauen haben im Übrigen bereits Kinder, die sie als Waisen zurücklassen.

Noch einmal so viele Mädchen, ebenfalls 50.000, sterben pro Jahr, weil Sie als Kinder durch sexuelle Gewalt schwanger geworden sind und viele Kinderschwangerschaften eben zum Tod führen. In Ländern mit einem absoluten Abtreibungsverbot wie z.B. in Paraguay werden wie jüngst die 11jährige Mainumby gezwungen, trotz der Lebensgefahr das Kind auszutragen. Zu der Traumatisierung durch den Missbrauch kommt also eine Traumatisierung durch eine lebensgefährliche und ungewollte Schwangerschaft.

Man kann aus politischen oder religiösen Gründen der Auffassung sein, dass man dies alles in Kauf nehmen möchte und weiter für die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen agitieren.

Wir tun dies nicht. Wir werden das Grundrecht der Versammlungsfreiheit auch in Zukunft ausfüllen, indem wir gegen Gruppen protestieren, die Menschenrechte auf Nascituri ausdehnen und gleichzeitig die Rechte von Frauen einschränken wollen.


(Unser Kommentar zur Antwort der "Linke" folgt)

Rot-Grünes Prostitutionsgesetz von 2002 ist eine Schande

Mathias von Gersdorff

Das rot-grüne Prostitutionsgesetz bleibt kontrovers, auch nach den kosmetischen Änderungen, die Bundesfamilienministerin Manuala Schwesig veranlasst hat. Eine Forsa-Umfrage für das Magazin STERN hat nun ergeben, dass 78 Prozent der Deutschen gegen Prostitution sind. 59 Prozent fordern sogar Strafen für Zuhälter, 19 Prozent ein Totalverbot. Aus diesem Anlass poste ich meine Kolumne in der Jungen Freiheit vom 12 November 2013.

„Eine Welt ohne Prostitution ist denkbar.“ Unter diesem Motto sammelte die feministische Zeitschrift Emma und ihre Herausgeberin Alice Schwarzer Unterschriften für einen Appell gegen Prostitution. Schwerwiegendste Forderung ist die Bestrafung der Freier.

Bewusst wurde die Aktion nach der Bundestagswahl 2013 begonnen: Die EU verlangt seit geraumer Zeit ein härteres Vorgehen gegen Menschenhandel. Eigentlich sollten die Mitgliedsländer Maßnahmen bis zum 6. April 2013 ergreifen, doch Deutschland hat nichts unternommen. Deutschland gilt als wichtiges Umschlagland für Frauenhandel. Mit dem Appell will Alice Schwarzer die Koalitionsverhandlungen in ihrem Sinn beeinflussen, denn für sie ist Prostitution ohne Menschenhandel und Sklaverei nicht denkbar. Indem sie Prostitution und Menschenhandel verbindet, gewinnt ihr Ansinnen an Glaubwürdigkeit hinsichtlich der Durchführbarkeit.

In der Tat hat die Union schon Bereitschaft signalisiert, Prostitution einzuschränken. Schwarzer sieht Prostituierte als Opfer von Zwang und Gewalt. Sie stecken in einer kriminellen Struktur, aus der sie nicht entkommen. Das Prostitutionsgesetz der rot-grünen Bundesregierung (ProstG) aus dem Jahr 2002 hätte die kriminellen Strukturen geschützt. Schwarzer behauptete in einem Interview mit der Welt vom 3. November 2013, das Gesetz sei von Anbeginn an für Zuhälter und Menschenhändler gemacht worden. Opfer des ganzen seien die Frauen.

„Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung“

Schwarzers Appell erhielt Unterstützung aus ganz unterschiedlichen Ecken. Neben Wolfgang Niedecken und Reinhard Mey finden sich auch Leute wie Maria Böhmer (Vorsitzende der Frauenunion), Heiner Geißler, Rita Süssmuth, Charlotte Knobloch, Femen Deutschland. Besonders wichtig ist die Unterstützung durch Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen und ehemaliger Justizminister Niedersachsens.

Kritik erntet Alice Schwarzer vor allem von links. Die Grünen und etliche linksorientierte Organisationen meinen, man dürfe Prostitution und Menschenhandel nicht vermengen. Unglaublich, aber wahr, als Reaktion auf Schwarzers Aktion gibt es vom „Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen“ nun auch einen Appell für Prostitution. Allen Ernstes wird da behautet: „Prostitution ist eine berufliche Tätigkeit, bei der sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt angeboten werden. Ein solches Geschäft beruht auf Freiwilligkeit. Gibt es keine Einwilligung zu sexuellen Handlungen, so handelt es sich nicht um Prostitution. Denn Sex gegen den Willen der Beteiligten ist Vergewaltigung.“ Unter den Unterstützern finden sich besonders viele Grüne und Politiker der Linkspartei.

Dieser Appell ging von der Überzeugung aus, die Prostitution sei nicht nur normal und ein legitimer Broterwerb, sondern ein Akt der Befreiung und der weiblichen Selbstbestimmung. Heute klingt das zwar grotesk und wie eine blanke Verhöhnung der Frauen, doch in den Talkshows Ende der zweiten Hälfte der 1990er à la Arabella oder Hans Meiser war das eine gern vertretene These.


Hinsichtlich Prostitution argumentiert Schwarzer analog zur Pädophilie. Sie war gegen sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern, weil der Erwachsene die Situation völlig dominiert und seine Macht problemlos über das Kind ausüben kann. Dasselbe gilt für die Beziehung zwischen Freier bzw. Zuhälter und Prostituierter.

An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass sich für Alice Schwarzer die Frau grundsätzlich in einer „Inferiorität“ befindet. In der Beziehung zwischen Mann und Frau, wie auch immer sie geartet ist, wird letztere unterdrückt. Im 1984 geschriebenen Vorwort zur Taschenbuchausgabe ihres bekanntesten Buches „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen“ schrieb sie: „Im Namen der Liebe haben sie [Frauen] kein Recht auf eigene Existenz und Unabhängigkeit, sind sie die Freundin/Frau/Mutter von, sind sie Objekt statt Subjekt, bescheiden sie sich mit einem Platz am Rand der (Männer-)Welt.“ Die Frau müsse von dem „staatlichen Zwang zur Mutterschaft“ befreit werden. Deshalb sollte die Abtreibung eingeführt werden, so Schwarzer.

Im gegenwärtigen Kampf gegen die Prostitution verwendet Alice Schwarzer eine etwas gemäßigtere Sprache. Vor allem argumentiert sie sehr faktenreich. Aus diesem Grund erntet sie nicht ungerechtfertigte Sympathien auch im christlich-konservativen Lager, während man bei den Verteidigern der Prostitution wieder die altbekannten ideologischen Scheuklappen erkennt, die schon zur Forderung nach einer Entkriminalisierung der Pädophilie geführt haben.

Prostitution ist grundsätzlich unsittlich

Dennoch darf man nicht blind für die Defizite von Schwarzers Argumentation sein. Sie argumentiert auf der Grundlage eines falschen und radikalegalitären Verständnisses von Macht und Herrschaft. Christliche Moral und Sittlichkeit spielen für sie keine Rolle. Sie schreibt in Emma von November/Dezember 2013: „Prostitution muß endlich geächtet werden! Und zwar nicht aus Gründen der wie auch immer verstandenen „guten Sitten“, sondern aus Gründen der Menschlichkeit“.

Aus christlicher Sicht ist aber Prostitution grundsätzlich falsch und nicht erst dann, wenn die Frau unterdrückt wird. Prostitution ist von Natur aus unsittlich und muß vom Gesetzgeber auch so behandelt werden. Das Prostitutionsgesetz gehörte zu den gesellschaftspolitischen Vorhaben der rot-grünen Regierung. Sie wollten der Prostitution denselben Rang geben wie anständige bürgerliche Berufe. Das Gesetz ist ein direkter Angriff auf die bürgerlichen Tugenden und auf die christlichen Wurzeln Deutschlands und muß deshalb rückgängig gemacht werden.


Über 5.000 demonstrieren in Polen gegen Gender in der Schule

(Demo für Alle) Mehr als 5.000 Menschen demonstrierten am Sonntag, den 30.08.2015, in der polnischen Hauptstadt unter dem Motto “Stop deprawacji w edukacji” (Stoppt den Abbau von moralischen Werten der Kinder im Bildungsbereich”). Der Protest richtete sich gegen die von Bildungsministerin Joanna Kluzik-Rostkoswska geplanten Veränderung in den Lehrplänen, die eine stärkere Betonung “sexueller Vielfalt” vorsieht. 

Ein Bündnis von 26 Gruppen aus der polnischen Zivilgesellschaft unter der Leitung der Verlegerin Magdalena Trojanowska hatte sich für diese Aktion zusammengeschlossen, nachdem sich polnische LGBTTIQ-Gruppen stark für eine modifizierte Form des Sexualkundeunterrichts unter dem Aspekt der “Sexuellen Vielfalt” eingesetzt hatten.

Die Demonstration begann mit einer gemeinsamen Messe in der St. Anna-Kirche in Warschau, zu der bereits mehr als tausend Teilnehmer kamen, von denen hunderte Gläubige nicht mehr in die überfüllte Kirche hineinkommen konnten und auf dem Kirchenvorplatz teilnahmen. Neben verschiedenen polnischen Rednern und Bildungsexperten sprachen auch Antonia Tully aus England von der “Pro-Life”-Bewegung, Antoine Renard, Vorsitzender der “Associations Familiales Catholiques en Europe (FAFCE), der regelmässig an den Beratungen des Europarates teilnimmt, sowie Christoph Scharnweber für das Aktionsbündnis DEMO FÜR ALLE.  Alle ausländischen Redner berichteten über die Situation in ihrem Land, drückten ihre Solidarität und Unterstützung für die polnische Bewegung aus und ermutigen die zahlreich erschienenen Demonstranten, die Bildungspolitik ihres Landes kritisch zu begleiten. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz, die auch vom polnischen Staatsfernsehen TVP aufgezeichnet wurde, antworteten die Redner auf Fragen der Veranstalter und Journalisten.

Die Demonstration endete mit einem gemeinsamen Appell an die polnische Bildungsministerin und den Präsidenten Polens. Nach Angaben der Veranstalter hatten zahlreiche Briefe von Eltern und die Ankündigung der Demonstration die Bildungsministerin bereits wenige Tage vor der Veranstaltung zu der Aussage veranlasst, ihre Pläne auf das nächste Jahr verschieben zu wollen. Im Gegensatz zu den Demonstrationen der DEMO FÜR ALLE in Deutschland gab es in Warschau keinerlei Gegendemonstrationen und gewalttätige Ausschreitungen.

Über die Demonstration berichteten mehrere polnische Fernsehsender in ihren Nachrichtensendungen. Republika TV hatte wenige Stunden vor der Veranstaltung einige Sprecher der Initiative eingeladen, in einer live-Sendung interviewt und die Zuschauer zur Teilnahme an der Demonstration aufgefordert.

Causa “Sterbehilfe”: Allein der Sensburg-Gesetzesentwurf ist verfassungskonform

PRESSEMELDUNG der CDU-Parlamentarier Sensburg, Dörflinger und Hüppe:

Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages stellt in einem Gutachten fest, dass drei der vier vorgelegten Gesetzesentwürfe zur Regelung der Sterbehilfe in Deutschland verfassungswidrig sind. 159481-3x2-teaser296

Lediglich der von der Gruppe um die Abgeordneten Patrick Sensburg, Thomas Dörflinger und Hubert Hüppe vorgelegte Entwurf zur Regelung der Suizidbeihilfe wird von Verfassungsrechtlern als verfassungskonform angesehen.

Dies bestätigte auch der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Hillgruber, der den Entwurf für verfassungskonform und die Regelung für eine sinnvolle Ergänzung zum schon bestehenden Verbot der Tötung auf Verlangen ansieht.

Dieser Gesetzesentwurf sieht vor, mittels eines neuen § 217 Strafgesetzbuch (StGB) Anstiftung und Beihilfe zu einem Selbstmord zu verbieten. Gleichzeitig sollen die guten Erfolge der Palliativmedizin und im Hospitzwesen gefördert werden.

Nur mit einer solch klaren und hinreichend bestimmten Regelung kann die Suizidbeihilfe verfassungskonform und zum Schutz des Lebens geregelt werden.

Berlin, 26. August 2015

Prof. Dr. Patrick Sensburg, MdB
Thomas Dörflinger, MdB
Hubert Hüppe, MdB

Emotional unterversorgt: Die armen reichen Promi-Kinder

Materiell fehlt es ihnen an nichts, doch seelisch verkümmern diese Kinder.

Sie haben alles, was man sich wünschen kann, trotzdem gehören sie zu den Ärmsten unserer Gesellschaft: Kinder, die unter Wohlstandsverwahrlosung leiden. Denen es materiell zwar an nichts fehlt, die auch das Wort Frühförderung schon mit drei Jahren buchstabieren können und die es für völlig normal halten, dass ihnen Erwachsene unangenehme Aufgaben abnehmen und Cluburlaube finanzieren. Die aber mit ihren emotionalen Wünschen und Bedürfnissen von ihren Eltern komplett allein gelassen werden. Eine psychische Verwahrlosung, die oft erst auf den zweiten Blick zu erkennen ist.

Ein schönes Haus in einer guten Gegend, alles vom Feinsten, mehrmals Urlaub im Jahr, Putzfrau und Nachhilfelehrer sind selbstverständlich. Wie kommt man dabei auf die Idee einer Verwahrlosung? Doch auch Kinder aus wohlhabenden Verhältnissen können arm sein – innerlich arm. Es fehlt ihnen an Zuwendung durch die Eltern, Zeit in der ihnen einfach nur zugehört wird, Interesse an ihnen und ihrem Leben. Aber vor allem an Zuneigung

Natürlich hat nicht jede Familie mit hoher Arbeitszeitbelastung und hohem Einkommen automatisch ein Problem. Auch nicht jeder, der zu wenig Zeit für sein Kind hat, lässt dies emotional verkümmern. Wichtig ist die Qualität der Beziehung und wie gemeinsame Zeit erlebt wird. Auch Eltern mit viel Zeit können ihre Kinder emotional verhungern lassen. Auch das Überhäufen der Kinder mit Geschenken schadet nicht automatisch. Denn zur Wohlstandsverwahrlosung gehört nicht nur Wohlstand, sondern vor allem emotionale Verwahrlosung, sagt Psychotherapeut Klaus Nitsch.

Luxus ist nicht Liebe

Eltern, die vor lauter Selbstverwirklichung keine Zeit mehr für ihre Kinder haben, versuchen das häufig durch materielle Zuwendung auszugleichen. Oft leben Kinder, die unter Wohlstandsverwahrlosung leiden, in einer nach außen hin intakten Familie, in der es innen brodelt oder schlimmer noch, schon das große Schweigen zwischen den Eltern herrscht.

Ebensolche, die durch eine Trennung in einen materiellen Wettstreit treten, berufstätige Mütter, die versuchen, ihr schlechtes Gewissen ruhig zu kaufen oder unsichere Eltern, die sich die Liebe ihrer Kinder zu kaufen versuchen. Oder solche, die davon überzeugt sind, ein glückliches Kind sei eines, dessen Wünsche sofort und jederzeit erfüllt werden. Eine solche Luxusverwahrlosung und der damit zusammenhängende falsche Begriff von Liebe führen automatisch zu emotionalen Problemen.

Zu den Grundbedürfnissen eines Kindes gehören nicht nur Essen, Trinken, saubere Kleidung und ein Dach über dem Kopf, sondern auch die Befriedigung seiner Schutzbedürfnisse, Anregung, Verlässlichkeit, Verständnis und körperliche wie seelische Wertschätzung. Kinder brauchen eine sichere Bindung und emotionale Zuwendung. Wohlstandsverwahrlosten Kindern fehlt es aber nicht nur an Aufmerksamkeit für ihre Bedürfnisse, es fehlt ihnen auch an Grenzen. Denn diese zu setzen, Konflikte auszutragen und auszuhalten, das kostet Zeit, und um die nicht opfern zu müssen, wird nachgegeben. Das sorgt ja erst einmal auch für Ruhe. Aber eben nur erst einmal. Denn auf Dauer macht es die Kinder immer orientierungsloser und oft tyrannisch.

"Wohlstandsverwahrlosung ist also keine vorübergehende Kinderkrankheit, sondern immer auch eine Hypothek, die weit in die Zukunft ausstrahlen kann", warnt Nitsch.

Mit Informationen aus t-online

Dienstag, 25. August 2015

Gesunde Ernährung vor der Schwangerschaft ist gut fürs Baby-Herz

(Aponet) Es gibt tausend gute Gründe, die für eine gesunde Ernährung sprechen – tausendundeinen für Frauen, die sich mit dem Gedanken tragen, einmal Kinder zu bekommen: Einer neuen US-Studie zufolge senkt eine gesunde Ernährung die Gefahr für angeborene Herzfehler beim Baby.

Ernährten sich Frauen, bevor sie schwanger wurden, relativ gesund, lief der Nachwuchs weniger Gefahr, mit bestimmten angeborenen Herzfehlern auf die Welt zu kommen. Dies ist das Ergebnis einer Beobachtungsstudie mit rund 19.000 Teilnehmerinnen, die US-amerikanische Wissenschaftler durchgeführt hatten. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Archives of Disease in Childhood berichten, lag bei einer besseren Ernährung im Vergleich zu einer schlechteren die Gefahr für eine sogenannte Fallot’sche Tetralogie beim Neugeborenen um 37 Prozent niedriger. Dabei handelt es sich um eine Kombination von vier Defekten, durch die es zu einem gefährlich niedrigen Sauerstoffpegel im Blut kommen kann. Auch die Gefahr eines Vorhofseptumdefekts lag um 23 Prozent niedriger. Bei diesem Herzfehler trennt ein Loch in der Herzscheidewand die Vorhöfe voneinander.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie gehandelt habe, könne keine endgültige Aussage über Ursache und Wirkung gegeben werden, so die Forscher. Sie weisen jedoch darauf hin, dass ähnliche Zusammenhänge schon zwischen der Qualität der Ernährung vor einer Schwangerschaft und anderen Geburtsfehlern, darunter Gaumenspalten und andere Fehlbildungen, gefunden worden waren. Ihre Studie untermauere die Empfehlung, dass Frauen mit Kinderwunsch schon im Vorfeld auf eine gesunde Ernährung achten sollten.

Gender-kritische Talkshowfolge von „Hart aber Fair“ zensiert

De „Hart-aber-Fair“-Sendung „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ vom 2. März 2015 wird nachträglich vom WDR-Rundfunkrat gerügt und zensiert und muss deshalb aus der Mediathek entfernt werden.

Die Beschwerde ging von der „Landesarbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten in NRW“ aus, die in der Sendung „Sexismus“ vorfand. Der „Deutsche Frauenrat“ berichtet: „Die Sendung von Frank Plasberg lief unter dem Titel: „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ Bereits in der Anmoderation verließ Herr Plasberg den Standpunkt des neutralen Moderators, indem er 190 Genderprofessuren als „Alltagswahnsinn“ bezeichnete.“

Gegen „Gender“ argumentierten in der Talkshow der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki, die Autorin Birgit Kelle und die Schauspielerin Sophia Thomalla.

Für Gender traten der Fraktionschef der Grünen, Anton Hofreiter, und die feministische Autorin Anne Wizorek auf.

Dem Moderator Frank Plasberg wird vorgeworfen, sich manipulativ zugunsten der Gender-Gegner verhalten zu haben. „Frau Kelle wirkte wie die Anwältin des Moderators, bei dem er seine Meinung bestätigt bekam.“

Diese Argumentation ist haarsträubend. So gut wie in keiner Talkshow ist der Moderator „neutral“. Er und die Kameraführung haben alles in der Hand, um beim Zuschauer einen bestimmten Eindruck zu hinterlassen. In der besagten Sendung waren Hofreiter und Wizorek schlichtweg argumentativ unterlegen. Plasberg hätte massiv einwirken müssen, um die Gender-Fraktion retten zu können.

Die Rüge und die Zensur könnten schlimme Auswirkungen haben und dazu führen, dass Gender-Kritiker nicht mehr zu diesen Sendungen – eigens für ein Massenpublikum produziert – eingeladen werden.


Infos:  Meedia, Genderrama, Buch über Talkshows, Noch ein Buch über Talkshows.

USA: Skandal um Planned Parenthood weitet sich aus

(idea) – Der Skandal um den größten Abtreibungsanbieter in den USA, Planned Parenthood (Geplante Elternschaft), weitet sich aus. Zum einen kommen immer grausamere Aufzeichnungen von Organentnahmen bei abgetriebenen Kindern ans Licht. Ferner prüft ein Untersuchungsausschusses des Kongresses jetzt auch mögliche Verbindungen der Regierung von Präsident Barack Obama zu der umstrittenen Organisation. Ihr wird vorgeworfen, Körperteile ungeborener Kinder an Forschungseinrichtungen zu verkaufen, etwa an Stammzell-Labore. Das „Center for Medical Progress“ (Zentrum für medizinischen Fortschritt) hat bereits sieben Enthüllungsvideos solcher Eingriffe veröffentlicht; fünf weitere sollen folgen. 

Unter anderem beschreibt die medizinisch-technische Assistentin Holly O’Donnell, wie sie angehalten wurde, bei einer Gehirnentnahme mitzuwirken. Sie war für die frühere Partnerorganisation von Planned Parenthood „StemExpress“ in einer Abtreibungsklinik in Alameda (Kalifornien) tätig. Dort habe sie erleben müssen, wie einem Kind, dessen Herz noch schlug, der Kopf aufgeschnitten wurde, um das Hirn zu entfernen. StemExpress bietet Forschern „hochwertiges“ Organmaterial zum Kauf an. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben die Zusammenarbeit mit Planned Parenthood wegen der in der Öffentlichkeit aufgeworfenen Anfragen beendet.

19. September 2015: Marsch für das Leben in Berlin

 
Ablauf am 19.09.2015

13:00 Uhr: Beginn mit Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt
(Willy-Brandt-Straße, 10557 Berlin), anschließend Beginn des Marsches. Die Wegstrecke ist voraussichtlich rund 4-5 km lang und rollstuhlgeeignet. Im Anschluss findet ein Ökumenischer Gottesdienst statt. Ende der Veranstaltung gegen 17 Uhr.

Eine Anmeldung zum Marsch für das Leben ist nicht erforderlich.
Die Teilnehmer organisieren Anreise und ggf. Unterkunft selbst oder in Gruppen.
Informationen dazu finden Sie auf dieser Seite.

Organisatorisches: Es gibt keine Sitzgelegenheiten und keinen Wetterschutz. Toiletten (barrierefrei, kostenpflichtig) befinden sich im Hauptbahnhof oder im Berlin-Pavillon an der Scheidemannstraße gegenüber dem Besuchereingang des Reichstags.

Turbo-Abitur: Mehr Schüler wiederholen eine Klasse

Neue Untersuchung zeigt: Schlechte Noten durch das Turbo-Abitur (G8) – immer mehr Schüler müssen eine Klasse wiederholen, schreibt der Schulspiegel am 30.04.15.

Welche Folgen hat die G8-Reform zur Verkürzung der Gymnasialschulzeit in Deutschland? Das wollten Forscher des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wissen und werteten amtliche Daten des Statistischen Bundesamtes für die Abiturjahrgänge 2002 bis 2013 aus. Ihr Fazit: der Anteil derjenigen, die Abitur machen, ist gleich geblieben, die Abiturienten sind rund zehn Monate jünger als vor der Reform und es gibt mehr Schüler und Schülerinnen als früher, die im Laufe ihrer Zeit am Gymnasium eine Klasse wiederholen, insbesondere in der Oberstufe.

Die Bildungsökonomen Mathias Huebener und Jan Marcus gaben durch die Daten der Studie bekannt: Im neunjährigen Gymnasium wiederholten im Schnitt etwa 14,5 Prozent aller Schüler bis zum Abitur eine Klassenstufe. Durch das G8 stieg dieser Wert um 3,1 Prozentpunkte auf 17,8 Prozent aller Schüler. Jungen wiederholen dabei häufiger eine Klasse als Mädchen.

Vor allem in den letzten Schuljahren vor dem Abitur wiederholten mehr Schüler eine Klasse.

Durch die Schulzeitverkürzung müssen zwar mehr Schüler eine Klasse wiederholen, am Ende aber schaffen ähnlich viele das Abitur. Dieses Ergebnis verwundert die Forscher. Die Klassenwiederholungen spiegelten wohl "nicht automatisch eine Überforderung der Schüler" wider, vermuten die Forscher. Möglicherweise bleiben Schüler freiwillig sitzen, um ihren Schnitt zu verbessern.

So scheint sich also eine neunjährige Gymnasialzeit quasi durch die Hintertür wieder einzuführen - einfach dadurch, dass sich die Schüler die Zeit nehmen, die sie brauchen.

Die armen reichen Promi-Kinder

Sie wachsen im Rampenlicht auf. Sie führen ein Leben im Luxus mit eigener Nanny, Privatlehrern und Stylisten. Die Kinder von prominenter Eltern. Sie haben Rasseln mit echten Diamanten, luxuriöse Kinderzimmer, Kleiderschränke im Wert von Millionen oder sogar eigene Appartements, obwohl sie noch nicht mal laufen können. Aber reichen materielle Werte für eine kindgerechte Erziehung aus?

Die Dekadenz kennt keine Grenzen: So auch bei Blue Ivy Carter (2 Jahre). Sie ist Besitzerin einer Barbie-Puppe, die mit echten Diamanten besetzt ist. Wert: 60.000 Euro! Ihr Kinderzimmer hat zwölfmal so viel gekostet. Mit 720.000 Euro ist es wohl eines der am teuersten ausgestatteten Kleinkindzimmer der Welt. Die Eltern sind Popstar Beyoncé (32) und Shawn Corey Carter (44).

Vom Goldzahn bis zum eigenen Stylisten

Die kleine Tochter von Katie Holmes und Tom Cruise, Suri Cruse trägt im Alter von acht Jahren einen Goldzahn. Madonnas Tochter Lourdes hat einen eigenen Stylisten und einen persönlichen Beautyberater. Auch für die Geburtstage der Kleinen werden Summen investiert, die leicht 100.000 Dollar übersteigen.

Aber ihre berühmten Eltern reisen durch die ganze Welt um zu arbeiten und haben dadurch wenig Zeit für ihre Kinder. Es fehlt ihnen die Nestwärme. Viele Promi-Eltern schleppen ihre Kinder mit auf den “Roten Teppich“, gehen zu Modeschauen und lassen ihre drei jährigen Töchter in Kinderpumps und Stöckelschuhen durch die Stadt laufen. Sie dürfen nicht im Sandkasten spielen. Schon früh müssen sie sich angemessen kleiden, haben eigene Modeberater und sollen auf Fotos möglichst die glückliche Familie wiederspiegeln.

Doch leider geht es oft zu weit. So weit, dass Kleinkinder zu Sexobjekten gemacht werden – von ihren eigenen Eltern: Die Kardashians machen Babys zu Sexobjekten – durch Mini-Lederröckchen - für die ganz Kleinen…

Manche Mütter betrachten ihre Kinder als eine Art Kopie ihrer selbst oder gar als trendy Accessoire. Die armen reichen Starkinder wachsen geprägt von Schein und Überfluss auf und konzentrieren sich mehr auf das, was sie haben, als auf das, was sie sind - oder sein könnten.
Mit Informationen aus Radiohamburg.de

Kinder in armen Ländern sind oft glücklicher

(idea) – Kinder in armen Ländern sind oft glücklicher als ihre Altersgenossen in wohlhabenden Staaten. Das geht aus einer vergleichenden Untersuchung der englischen „Children’s Society“ (Kinder-Gesellschaft) mit Sitz in London hervor. 

Dabei wurden 53.000 Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren in 15 Ländern nach ihrem Wohlergehen befragt. Am glücklichsten sind die rumänischen Kinder; nur 1,1 Prozent sagten, sie seien mit ihrem Leben unzufrieden. An zweiter Stelle liegt Kolumbien (2 Prozent) vor Spanien (2,4) und Israel (3,2). Die deutschen Kinder bewegen sich im unteren Mittelfeld; fünf Prozent sehen ihr Leben eher als unglücklich an. Sie liegen damit hinter den Kindern aus Äthiopien (3,6) und Algerien (4,4), aber vor Nepal und der Türkei (jeweils 6,1). Auf den letzten Plätzen rangieren Südafrika (7), England (7,1) und Südkorea (9,8).

Bischof Algermissen von Fulda verurteilt Gender

(Freie Welt) Fuldas katholischer Bischof Heinz Josef Algermissen verurteilte im Eröffnungsgottesdienst des am Wochenende stattgefundenen 15. Kongresses »Freude am Glauben« des Forums Deutscher Katholiken Gender-Mainstreaming als eine Ideologie, welche der Wirklichkeit und der Integrität der menschlichen Natur völlig entgegenstehe.

Die diese Ideologie unter den Politikern vertreten, ließen nicht locker, die substantiellen Unterschiede zwischen den Geschlechtern aufzulösen. Dieses bedrohe das christlich-jüdische Werte- und Menschenbild auf dramatische Weise, betonte Algermissen auf dem Kongreß papst- und kirchentreuer Katholiken in Fulda, welcher unter dem Leitwort »Ehe und Familie - gottgewollter Auftrag und Weg zum Glück« stand.

Algermissen richtete an die 1.500 Menschen den dringenden Appell, die Fundamente des katholischen Verständnisses von Ehe und Familie in positiver Weise neu zu verdeutlichen. Eine im Mai vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) vorgelegte Erklärung bezeichnete er als destruktiv für die kirchliche Lehre über Ehe und Familie, obgleich sie vorgebe, zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen zu wollen.

Dienstag, 18. August 2015

Grundschulkinder leiden unter hohem Stress

Schon in den ersten Klassen sind die Kinder hohem Stress ausgesetzt. Ein Ländervergleich zeigt die unterschiedlichen Voraussetzungen für die Aufnahme in ein Gymnasium.

Nach vier Jahren Grundschulzeit entscheidet sich für die Kinder wie ihr zukünftiger Bildungsweg aussieht und wer auf ein Gymnasium gehen darf und wer nicht. Das setzt viele Grundschüler und auch ihre Eltern unter Druck. Je weniger die Eltern selbst über den Schulwechsel entscheiden können, umso größer ist der Druck. Dies ergab eine Studie der Universität Würzburg über die Verhältnisse in Bayern und Hessen, für die mehr als 1600 Eltern gefragt wurden, wie belastend für sie und ihre Kinder das Übertrittsverfahren ist.

In Bayern etwa sind es die Lehrer der Grundschule, die Kinder anhand ihres Notendurchschnitts für eine weiterführende Schule empfehlen. In Hessen können die Eltern entscheiden, auf welche Schule sie ihre Kinder nach der vierjährigen Grundschulzeit schicken wollen. Eltern in Bayern fühlen sich durch die bindende Regelung gestresster als Eltern in Hessen, die sich nicht an die Empfehlung der Grundschullehrer halten müssen.

Die Kinder erleben es ähnlich wie die Eltern: In Bayern leiden Grundschüler am meisten unter Stress. Von der dritten bis zur vierten Klasse, in der die Empfehlungen der Lehrer näher rückt, steigt die Belastung "dramatisch" an, wie die Studie weiter zeigt.

Die Wissenschaftler haben untersucht, wie sehr diese Notendurchschnitte die Kinder beeinflussen. Dabei haben sie herausgefunden, dass Viertklässler mit einer Durchschnittsnote von 2,6 in ihrem letzten Zeugnis am stärksten unter Stress leiden.

In Hessen hingegen nimmt die Belastung der Eltern ab, wenn ihre Kinder in die vierte Klasse kommen. Sie sind auch insgesamt zufriedener mit der Übertrittsregelung in ihrem Bundesland.

Mit Informationen aus Spiegel.online

Warum Vater UND Mutter als Eltern immer wichtiger werden

Christiane Jurczik

Es gibt drei Parameter von Armut, die mit den Familien zu tun haben und über die wir in Deutschland mehr diskutieren sollten als bisher: Das sind, als häufigster Armutsgrund nach Arbeitslosigkeit, die Trennungen. Das ist die Kommunikation, das Sprechen in den Familien. Und das ist das Innenleben, die Familienähnlichkeit oder -unähnlichkeit der Kitas. Alle drei Punkte haben mit Werten zu tun, berichtet Die Welt am 07.04.15.

So werden Kinder immer mehr zu Opfern unserer Ich-Optimierung in unserer Unverbindlichkeitswelt. Dies beweisen ein paar einfache Tatsachen, die viele nicht wahrhaben wollen. Zum Beispiel, dass Scheidungskinder später beinahe doppelt so häufig geschieden werden wie Nicht-Scheidungskinder. Dass sie stärker zu Depressionen und Schizophrenie neigen und häufiger kriminell werden. Sie haben Probleme, Nähe aufzubauen und Menschen zu vertrauen. Sie wissen nicht, wie sich Familie anfühlt, sie haben es nie gespürt. Eine Scheidung ist eine Selbstverständlichkeit und kein Schicksalsschlag mehr. Für ein Kind aber ist sie eine Tragödie!

Der amerikanische Politikwissenschaftler und Soziologe Robert Putnam setzt sich in seinem neuen Buch “Our Kids” mit der dramatischen Bedeutung auseinander, die Klassenzugehörigkeit in den USA für die Bildungsbiografien von Kindern erlangt – während ihr ethnischer Hintergrund immer unwichtiger wird.

Deutschland ist nicht Amerika, aber amerikanische Trends erreichen uns in der Regel früher oder später. Das funktionierende, stabile Beziehungen, die auch eine gelegentliche Enttäuschung überstehen, von entscheidender Bedeutung für das Glück der Erwachsenen wie für das Glück der Kinder sind, ist unumstritten und sollte in der öffentlichen Auseinandersetzung eine stärkere Bedeutung bekommen. Eine stärkere Bedeutung jedenfalls als die sehr folgenreiche Freiheit, sich alle paar Lebensabschnitte neu zu entscheiden.

Dabei spielen geradezu reaktionär anmutende Kriterien eine Rolle: Kinder von verheirateten Eltern haben wesentlich bessere Chancen, einen College-Abschluss zu machen, als die Kinder von Nichtverheirateten oder Alleinerziehenden.

Auch in Deutschland sind nicht Kinder das Armutsrisiko, sondern auseinanderbrechende Elternpaare, mit all den materiellen und immateriellen Folgen der Trennung: weniger Einkommen, weil nicht beide Partner voll arbeiten können; doppelte Haushaltsführung; fehlende männliche Vorbilder; Erschöpfung, weil sich zwei Erwachsene besser als einer gegen den Kinderstress feien können, Einsamkeit usw.

Bürgerliche Traditionen sind wertvoll und unverzichtbar

Für das soziale Fortkommen sind unverzichtbar die bürgerlichen Gewohnheiten und Tugenden wie Lesen, Musizieren, Konversation, Manieren und Bedürfnisaufschub. Sie fördern den Zusammenhalt von Familie, Freundschaft Liebe, Geborgenheit und Zugehörigkeit. Diese Gewohnheiten müssten auch in die Kitas übernommen werden. Beispielhafte Ziele wie gesunde Ernährung und Sport sind ja schon angekommen. Auch vorgelesen wird in vielen Kindergärten bereits liebevoll.

Aber eine systematische Debatte darüber, wie nah das Innenleben der Kita der bildungsbürgerlichen Familie kommen darf, werden wir noch führen müssen. Jedenfalls dann, wenn wir der anderen Armut – und damit vielleicht der Armut insgesamt – ernsthaft den Kampf ansagen wollen. Dazu gehört eben mehr, als die Kaufkraft aller Menschen in die Nähe des aktuellen Warenkorbs zu bringen.