Montag, 9. Januar 2017

Ärzte entdecken Familie als Gesundheitsfaktor

Mathias von Gersdorff

Die Einbindung in eine Familie kann entscheidend für die Gesundheit einer Person sein, so Antonella Delle Fave, Professor für Psychologie und Lehramtsinhaber an der Universität Mailand.

In einem Beitrag für die italienische Zeitung „Corriere della Sera“ von 8. Januar 2017 erläutert Delle Fave, dass Ärzte zu lange ausschließlich den Menschen als Individuum beachtet haben und sich keine Gedanken machten, welchen Einfluss familiäre und sonstige soziale Kontakte für seine Gesundheit haben könnten.

Inzwischen weiß man, dass familiäre Beziehung, aber auch in einem geringeren Grade Freundschaften und sonstige soziale Kontakte entscheidend die sog. „Resilienz“ einer Person beeinflussen.

Resilienz ist die Eigenschaft, Widrigkeiten wie Krankheiten, berufliche Niederlagen und sonstige Schicksalsschläge zu überwinden. Eine Person mit wenig „Resilienz“ gibt sich schnell geschlagen und verfällt in Fatalismus. Eine Person mit hoher Resilienz kann sich auch nach schwersten persönlichen Katastrophen wieder aufrichten und von vorne beginnen.

„Resilienz“ ist keine angeborene Fähigkeit, sondern wird im Laufe des Lebens dynamisch entwickelt. Zu wissen, dass man in einer Familie aufgehoben ist und sich auf sie verlassen kann, ist entscheidend, genügend Selbstsicherheit zu erlangen, dass man „es wieder schaffen kann, wenn etwas schiefgelaufen ist.“

Was die konkrete Bewältigung von schweren Krankheiten betrifft, empfiehlt Professor Delle Fave den Betroffenen trotz der krankheitsbedingten Einschränkungen eine aktive Rolle im Familienleben zu geben.

10 Jahre Elterngeld – kein Anlass zum Jubel

(PM Familienarbeit e.V.) Zum 10-jährigen „Jubiläum“ des Elterngeldes lobt das Familienministerium diese Leistung als „vollen Erfolg“, der einen „Richtungswechsel“ markiere (Pressemitteilung des BMFSFJ vom 30.12.2016). Vom gleichen Ministerium wurde bei Einführung eine Zielvorgabe gemacht, nach der eine Erhöhung der Geburtenrate auf 1,7 bis 2015 erreicht werden sollte (1).

Dazu stellt Johannes Resch, stellv. Vorsitzender des Verband Familienarbeit e.V., fest: „Ein behaupteter Erfolg ist zu messen an den Zielvorgaben, die anfangs formuliert wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd. In den ersten 6 Geltungsjahren erfolgte kein Anstieg der Geburtenrate. 

Erst zwischen 2012 und 2015 gab es einen merklicher Anstieg von 1,38 auf 1,5. Das fällt aber in den Zeitraum, in dem das inzwischen wieder abgeschaffte Betreuungsgeld für von den Eltern selbst betreute ein- und zweijährige Kinder gewährt wurde. Damit stellt sich die Frage, ob das Betreuungsgeld nicht einen größeren Effekt auf die Geburtenrate hatte als das Elterngeld.

Angesichts des geringen Betreuungsgeld-Betrages mag dieser Gedanke zunächst abwegig erscheinen. Aber dieses Geld brachte für die meisten Eltern einen zwar kleinen aber echten Gewinn mit Erhöhung ihrer Wahlfreiheit. Beim Elterngeld war das anders. Davon hatte nur die Minderheit der gutverdienenden Eltern mit erstem Kind einen Vorteil. 

Die Mehrheit (junge Eltern, Mehr-Kind-Eltern) profitierten dagegen nicht oder hatten sogar erhebliche Nachteile gegenüber dem zuvor gezahlten Erziehungsgeld. Denn das Elterngeld wird nur ein Jahr gezahlt, während es das frühere Erziehungsgeld zwei Jahre gab. - Da dem Vorteil für einen Teil der Eltern erhebliche Nachteile für andere gegenüberstehen, war von vornherein vom Elterngeld kein positiver Effekt auf die Geburtenrate zu erwarten – entgegen den vollmundigen Erklärungen aus dem Familienministerium.

Sollte der geringe Geburtenanstieg zwischen 2012 und 2015 ein Effekt des Betreuungsgeldes gewesen sein, wäre ab 2016 oder 2017 wegen dessen Wegfalls wieder ein Rückgang zu erwarten. Das wäre dann ein Hinweis dafür, dass selbst eine kleine Leistung, die den Eltern direkt zugute kommt, mehr bewirkt als ein teuer finanzierter „Richtungswechsel“, der die Eltern in die vorgegebene Richtung einer außerhäuslichen Betreuung drängt und sie damit bevormundet. Wir haben also allen Grund, die künftige Entwicklung aufmerksam zu beobachten. - Da das Betreuungsgeld in Bayern als einzigem Bundesland weitergezahlt wird, müsste der günstige Effekt dort erhalten bleiben. Sollten sich also die Zahlen in Bayern anders entwickeln als im Rest des Bundesgebietes, wäre das ein weiterer Hinweis auf Erfolg und Misserfolg verschiedener familienpolitischer Maßnahmen.“

Neuester Wahnsinn der Grünen: Staatlich bezahlter Sex-Service für Pflegebedürftige

Politikerin Scharfenberg wünscht Sex-Assistenz auf Rezept

(Felizitas Küble/Christliches Forum) Die grüne Abgeordnete Elisabeth Scharfenberg ist der Meinung, Pflegebedürftige und Behinderte sollten in Zukunft Sex mit Prostituierten bezahlt bekommen. „Eine Finanzierung für Sexualassistenz ist für mich vorstellbar“, erklärte die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen gegenüber der Wochenzeitung „Welt am Sonntag“. Die Städte und Gemeinden könnten“über entsprechende Angebote vor Ort beraten und Zuschüsse gewähren“.

Scharfenberg verweist auf Holland, wo es dieses Modell bereits gibt. Pflegebedürftige können sich dort sog. Sexualassistent/innen staatlich bezahlen lassen. Erforderlich ist ein ärztliches Attest, sich nicht anders befriedigen zu können sowie der Nachweis, den „Service“ nicht selber bezahlen zu können.

Die abtreibungsfreundliche Organisation „Pro Familia“ wirbt in Deutschland schon seit längerem für derartige Modelle von staatlicher geförderter „Sexual-Assistenz“.

Die „Deutsche Stiftung Patientenschutz“ lehnt den Vorschlag der grünen Politikerin ab. Den Betroffenen sei damit nicht geholfen, sagte deren Vorstandsvertreter Eugen Brysch, denn diese hätten in ihrem Alltag „ganz andere Sorgen“. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wandte sich gegen den „abwegigen“ grünen Vorstoß: „Wir brauchen keine bezahlte Prostitution in Altersheimen, schon gar nicht auf Rezept.“

Erstveröffentlichung in https://charismatismus.wordpress.com/2017/01/08/neueste-gruene-sumpfbluete-bezahlter-sex-service-fuer-pflegebeduerftige/

Dienstag, 3. Januar 2017

SPD-Hessen offen für eine Koalition mit Linkspartei / Rot-Rot-Grün Vollstrecker von CDU-Genderlehrplan?

Thorsten Schäffer-Gümbel. Pressefoto SPD-Hessen
Mathias von Gersdorff

Der Vorsitzende der hessischen SPD, Thorsten Schäffer-Gümbel, ist offen für eine Koalition mit der Linkspartei nach der nächsten Landtagswahl. Sein primäres politisches Ziel ist eine Landesregierung „jenseits der Union“.

Damit stünde einer rot-rot-grünen Koalition in Hessen nichts mehr im Wege.

Was das für die Bildungspolitik bedeutet, kann man sich leicht ausmalen:

Die CDU hat im Spätsommer 2016 das radikalste Gender-Lehrprogramm Deutschlands für die Schulen erlassen. Aufgrund der anhaltenden Proteste ist es aber gut möglich, dass die Implementierung in der restlichen Legislaturperiode relativ moderat ausfällt.

Diese Zurückhaltung könnte von kurzer Dauer sein:

Sollte Rot-Rot-Grün die Macht nach den nächsten Wahlen in Hessen übernehmen, bräuchte die neue Landesregierung lediglich den neuen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ von CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz vollumfänglich in die Praxis umzusetzen, um aus den Schulen wahre Gender-Indoktrinationsstätten zu machen. 

Rot-Rot-Grün würde somit zum Vollstrecker einer Gender-Revolution werden, deren Grundlagen die CDU zuvor gelegt hat.

Wenn man allein diese Gefahr in Betracht sieht, erkennt man, wie falsch, verantwortungslos und kinder- und familienfeindlich CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz gehandelt hat, als er seinen Gender-Lehrplan in Kraft gesetzt hat.

Der einzige Ausweg der CDU, um diese Gefahr zu bannen, ist es, diesen Lehrplan einzustampfen. Die Christdemokraten sollten endlich die Kritik von Eltern, katholischer Kirche, Familienorganisationen etc. ernst nehmen. 


Die Christdemokraten sollten endlich die Gefahren erkennen, die der neue Lehrplan in sich birgt. Lorz´ Gender-Lehrplan ist eine tickende Zeitbombe.

Mit seinem, neuen, absurden und unnötigen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ hat CDU-Kultusminister Lorz den Schulfrieden in Hessen zerstört und die Eltern in Alarmbereitschaft versetzt.

Damit muss endlich Schluss sein. Ministerpräsident Volker Bouffier muss schnell einlenken: Lorz´ Gender-Lehrplan muss weg!


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

TV-Serien bereiten gesellschaftliche Akzeptanz von Inzest vor

Foto: deror_avi, Wikimedia Commons Lizenz https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
Mathias von Gersdorff

Fernsehserien sind seit Langem eines der wichtigsten Instrumente des ideologischen Kampfes gegen Ehe und Familie. Nicht nur, dass stabile und moralisch vorbildliche Ehen und Familien praktisch nicht vorkommen. Fernsehserien machen auch stets Propaganda für bizarre sexuelle Praktiken oder alternative „Partnerschaftsformen“ um sie salonfähig zu machen.

Nach diesem Muster wurden beispielsweise in den sogenannten „Seifenopern“ – ein besonders beliebtes Format für Fernsehserien - normale Ehen systematisch als krisenanfällig und gescheitert dargestellt, während Paare von Homosexuellen stets freundlich, hilfsbereit und von allen geschätzt daher kamen.

Nun ist das Fernsehen dabei, ein weiteres Tabu zu demolieren. Was noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre, kommt nun immer öfter in Fernsehserien vor: Der Inzest.

Im deutschen Fernsehen war der wohl bekannteste Inzest-Fall die Beziehung der Kunstfigur Jasmin zu ihrem eigenen Vater in der Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Monatelang machte dieser Fall Schlagzeilen in Jugend- und Fernsehpublikationen.

Diese Beziehung in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ war alles andere als ein Einzelfall.

Liebesbeziehung zwischen Geschwistern findet man in „Games of Thrones“, in der Historienserie „Rome“, bei den „Borgias“, in „Another Period“, Weinberg, House M.D. und „Altes Geld“.

In den Serien „Boston Legal“ und „American Horror Story“ haben Mutter und Sohn eine langjährige Affäre miteinander.

Beziehungen zwischen Onkel und Nichte gibt es in „Banshee“. Inzestuöse Beziehungen zwischen Vater und Tochter findet man in der Vampirserie „Angel“. In den „The X-Files“ gibt es gleich eine ganze Familie, die inzestuös lebt.

Einmal wieder zeigt sich, wie stark das Fernsehen als kulturrevolutionäre Waffe eingesetzt wird, um Ehe, Familie und die christlichen Grundlagen der Gesellschaft anzugreifen.


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung 

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Hessen-CDU verschickt Weihnachtspost und wirbt für Gender-Lehrplan

Nimmt seine Basis nicht ernst, ignoriert Kritiker des Lehrplanes: CDU-Fraktionschef Michael Boddenberg. Pressefoto CDU Fraktion Hessen
Mathias von Gersdorff

Wenige Tage vor Weihnachten verschickte der Fraktionsvorsitzende der CDU-Hessen, Michael Boddenberg, einen Brief, in welchem er seinen Parteikollegen Kultusminister Ralph Alexander Lorz gegen die Kritik gegen den neuen „Lehrplan zur Sexualerziehung“ in Schutz nimmt.

Dabei versagt er kläglich. Wir dokumentieren seinen vollständigen Brief am Ende. Hier sollen nur die wichtigsten Stellen kommentiert werden.

Michael Boddenberg schreibt: „Das natürliche Recht der Eltern auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder nach Art. 6 (2) GG wird nicht angetastet. Dieses steht vor jeglichem staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Das Recht für die Erziehung der Kinder liegt bei den Eltern.“

Diese Aussage ist nichts anderes als eine Worthülse, wenn nicht eine Verdrehung der Tatsachen: Der neue „Lehrplan zur Sexualerziehung“ ist verbindlich und fächerübergreifend. Eltern, die mit diesem Lehrplan also nicht einverstanden sind, können nichts unternehmen.

Der Lehrplan erwähnt das ausdrücklich auf Seite 6: „Sexualerziehung ist für alle Schülerinnen und Schüler verbindlich und nicht an die Zustimmung der Eltern gebunden.“

Es ist zwar richtig, dass die Eltern vorher informiert werden sollen, was Boddenberg auch in seinem Brief erwähnt. Aber das ist auch alles. Streng genommen haben sie nicht einmal das Recht, die Unterrichtsinhalte abzuändern (obwohl in der Praxis das oft geschieht, falls es Proteste gibt). Doch aufgrund der Tatsache, dass nun Sexualerziehung (und damit auch die Gender-Erziehung) fächerübergreifend (!) stattfinden soll, ist es gar nicht möglich, die Eltern auf dem Laufenden zu halten. Das Kultusministerium will ausdrücklich, dass die vorgegebenen Inhalte in Biologie, Mathematik, Deutsch, Englisch etc. vermittelt werden. Die Eltern können bei diesem Querschnittsthema gar nicht überall ihre Meinung abgeben.

Die Aussage Boddenbergs steht außerdem in offensichtlichem Widerspruch mit der umstrittensten Zielvorgabe des neuen Lehrplanes, der Forderung nach „Akzeptanz sexueller Vielfalt“. Bei dieser Forderung wird der Elternwille ausdrücklich ignoriert, ansonsten macht sie keinen Sinn.

Ebenso schreibt Michael Boddenberg: „Ehe und Familie, die eine zentrale Rolle im Familien- und Gesellschaftsbild der CDU spielen, werden deshalb ausdrücklich hervorgehoben“.

Das steht tatsächlich in der Einleitung, aber nicht mehr in den konkreten Vorgaben. Ehe und Familie werden in den Konkretisierungen völlig beiseite geschoben zugunsten von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und Patchworkfamilien.

Bei der Konkretisierung wird vor allem eines betont: Die Forderung nach „Akzeptanz sexueller Vielfalt“. Diese Forderung wird dermaßen betont, dass man den Lehrplan gleich „Lehrplan zur Akzeptanz sexueller Vielfalt“ hätte nennen können.

Seit Ende September wird in Hessen insbesondere über diese Forderung nach Akzeptanz gestritten. Die katholische Kirche, der Landeselternbeirat, der Philologenverband und andere haben diese Forderung kritisiert. Dass Boddenberg die vorgebrachten Argumente gegen diese Akzeptanz in seiner Antwort schlichtweg ignoriert, spricht für sich selbst.

Stattdessen verstrickt sich Boddenberg in Widersprüche, wenn er auf das Thema „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ eingeht. Er schreibt nämlich: „Und daher ist es von Bedeutung, dass die Vielfalt eben nicht nur „erduldet“ oder „ertragen“ wird, wie es der Begriff „Toleranz“ meint, sondern dass Vielfalt „akzeptiert“ wird in dem Sinne „Du bist okay, so wie du bist“.“

Wenn man von den Kindern erwartet, sie sollen sagen „Du bist okay, so wie du bist“, dann wird eine bestimmte Gesinnung verlangt. „Du bist okay, so wie du bist“ ist eine normative Aussage. Es obliegt aber nicht der Schule, eine solche ethische Haltung abzuverlangen. Offensichtlich wird hier eine Grenze überschritten, und zwar das sog. „Indoktrinationsverbot“ in der schulischen Bildung. Dieses Verbot geht auf Urteile des Bundesverfassungsgerichts zurück.

Michael Boddenberg schreibt gleich danach: „Niemandem wird dabei eine Ideologie aufgezwungen." Offensichtlicher Unfug, wie alle oben genannten Kritiker des Lehrplanes ausführlich erläutert haben. Eine Liste von Zitaten der Kritiker finden Sie HIER.

Der Brief des CDU-Fraktionsvorsitzenden im hessischen Landtag ist eine klassische Beschwichtigung, die an Leser gerichtet ist, die sich mit der Materie nicht auseinandergesetzt haben.

Es wäre erfreulich, wenn die CDU in Hessen die Kritik am Lehrplan endlich ernst nehmen würde. Es ist unverständlich, wieso dieser Erlass wie ein Dogma verteidigt wird.

Ist es so schwer zu akzeptieren, dass man einen Fehler gemacht hat, den man nun korrigieren muss? Für Menschen, die in ideologischen Schubladen denken, sehr wohl. Wegen der Koalition mit den Grünen scheinen nun auch etliche Bildungspolitiker der CDU-Hessen in solchen Schubladen gefangen zu sein. Zum Schaden der Kinder und der eigenen Reputation.

© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung



Der neue "Lehrplan zur Sexualerziehung" für Hessen muss gestoppt werden! 

Bitte helfen Sie uns und nehmen Sie an dieser wichtigen Petition der Aktion "Kinder in Gefahr" teil. Bitte beteiligen Sie sich an diesem Protest mit Ihrer Unterschrift und der Verbreitung unserer Petition an den Ministerpräsidenten Volker Bouffier: http://www.aktion-kig.de/kampagne/petition_hessen_2.html

PS. Unsere Seite in Facebook ist inzwischen ein sehr wichtiges Informationsmedium unserer Aktion "Kinder in Gefahr" geworden. Für ein "Gefällt mir" wären wir sehr dankbar: https://www.facebook.com/aktionkig/?fref=ts  

                                                                    * * *

Zur Dokumentation veröffentlichen wir der Brief von Michael Boddenberg, Fraktionsvorsitzender der CDU im Hessischen Landtag, vom 21. Dezember 2016:

Sehr geehrter Herr NN,

für Ihre E-Mail zum Lehrplan Sexualerziehung vom 10. Dezember 2016 danke ich Ihnen recht herzlich. Ich habe Verständnis für Ihre in diesem Zusammenhang geäußerten Sorgen und will daher nachfolgend gerne auf die in Ihrem Schreiben geäußerten Bedenken eingehen.

Lehrpläne und schulische Curricula müssen regelmäßig überholt und dabei aktualisiert werden. Der bisher geltende Lehrplan stammt von 2007 und bedurfte  einer Anpassung an geänderte rechtliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, zu denen auch die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts gehört. So ist es auch jetzt bei der Überarbeitung des Lehrplanes Sexualerziehung geschehen.

Für uns als CDU-Fraktion waren dabei mehrere Punkte wichtig, die auch in der Neufassung klar zum Ausdruck kommen:

1. Das natürliche Recht der Eltern auf Pflege und Erziehung ihrer Kinder nach Art. 6 (2) GG wird nicht angetastet. Dieses steht vor jeglichem staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Das Recht für die Erziehung der Kinder liegt bei den Eltern. Dies greift auch der neue Lehrplan auf, konkret in der Formulierung: „Die Entwicklung der ganz persönlichen Einstellung zur Sexualität gehört in erster Linie in die Familie“. 

2. Ehe und Familie, die eine zentrale Rolle im Familien- und Gesellschaftsbild der CDU spielen, werden deshalb ausdrücklich hervorgehoben: „Sexualerziehung soll (…) die grundlegende Bedeutung von Ehe und Familie gemäß Art. 6 Grundgesetz vermitteln.“

3. Von zentraler Bedeutung ist außerdem das Kindeswohl, das in der Formulierung des „Persönlichkeitsrechts des Kindes“ zum Ausdruck kommt, welches zu beachten ist.

Insofern finden unsere schon immer gültigen Werte und Normen an zentraler Stelle auch des neuen Lehrplans ihren Niederschlag. Auf der anderen Seite sind nicht-eheliche Partnerschaften, „Patchwork-Familien“ und gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht nur gesellschaftliche Realität in Deutschland, sondern werden vom Staat auch rechtlich anerkannt (Bsp.: Eingetragene Lebenspartnerschaft für homosexuelle Paare). Dieser Entwicklung tragen wir mit dem neuen Lehrplan nun in der schulischen Lebenswelt Rechnung. Das hilft auch den Kindern, Gegebenheiten, die sie in ihrer Umgebung wahrnehmen, in der Schule zu besprechen, Fragen zu stellen und damit einordnen zu können.

Der neue Lehrplan Sexualerziehung durchlief im Vorfeld seiner Inkraftsetzung ein intensives Beteiligungsverfahren, bei dem zahlreiche Institutionen und Gremien – vom Hauptpersonalrat der Lehrerinnen und Lehrer, über den Landespräventionsrat und die Landesschülervertretung bis hin zur Evangelischen und Katholischen Kirche – involviert waren und Stellung beziehen konnten. Dabei stieß der Lehrplan Sexualerziehung insgesamt auf breite Unterstützung, wobei die Änderungs- und Ergänzungsvorschläge der beteiligten Institutionen so weit als möglich berücksichtigt wurden.

Im Landeselternbeirat war ein Diskussionspunkt die Formulierung von „Akzeptanz“ von Vielfalt partnerschaftlicher Beziehungen und geschlechtlicher Identitäten. Einigen wäre hier die Formulierung von „Toleranz“ lieber gewesen. Wo liegt aber nun der Unterschied? Unser Ziel ist, dass wir in den Schulgemeinden einen wertschätzenden und diskriminierungsfreien Umgang miteinander pflegen. Und daher ist es von Bedeutung, dass die Vielfalt eben nicht nur „erduldet“ oder „ertragen“ wird, wie es der Begriff „Toleranz“ meint, sondern dass Vielfalt „akzeptiert“ wird in dem Sinne „Du bist okay, so wie du bist“. Niemandem wird dabei eine Ideologie aufgezwungen, niemand wird in eine Rolle gedrängt.

Darüber hinaus wird oftmals der Vorwurf erhoben, dass nach dem neuen Lehrplan eine „Frühsexualisierung“ stattfinde. Diese Befürchtung ist unseres Erachtens unzutreffend, wie ich Ihnen am Beispiel der Empfehlungen für Kinder im Grundschulalter aufzeigen möchte: Neben dem Wissen um den menschlichen Körper geht es für diese Altersgruppe auch um altersgemäße Prävention zum Schutz vor sexuellem Missbrauch, um Schwangerschaft, Geburt und Neugeborene sowie um unterschiedliche Familiensituationen, zu denen neben der klassischen Mutter-Vater-Kind-Familie auch Alleinerziehende, Pflegefamilien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften zählen. Kein Thema in der Grundschule sind hingegen unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten – weder im alten noch im neuen Lehrplan. Beides kam und kommt erst in der weiterführenden Schule zur Sprache.

Für alle Themen und Inhalte gilt aber gleichermaßen, dass die Erziehungsberechtigten rechtzeitig und ausführlich auf Elternabenden über Ziele, Inhalte und die im Unterricht einzusetzenden Lehr- und Hilfsmittel informiert werden. Sie können also sicher sein: Indoktrination und Ideologisierung haben nach wie vor keinen Platz in der Schule! Deshalb ist es mir an der Stelle auch wichtig zu betonen, dass der neue Lehrplan zur Sexualerziehung an keiner einzigen Stelle einer wie auch immer gearteten „Gender-Ideologie“ das Wort redet. Darüber hinaus haben Eltern jederzeit die Möglichkeit, gegen eventuelle Verstöße vorzugehen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen behilflich gewesen zu sein und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Ihr
Michael Boddenberg

Dienstag, 27. Dezember 2016

Die Familie gibt Kindern einen Platz den Facebook nicht bieten kann

Sich bei den Mahlzeiten mit der Familie zu unterhalten, ist für die Kinder nach wie vor eine der beliebtesten Aktivitäten
Noch hute ist bei Kindern und Jugendlichen der Küchentisch zu Hause sehr beliebt. Die Lebenswelten der Jugendlichen und die der Erwachsenen liegen generell gar nicht so weit auseinander. Obwohl sie verschiedene Sprachen sprechen – die einen in virtuellen Welten – die anderen in der Realität, treffen sie sich doch bevorzugt an dem Platz, der Familie heißt und der sämtliche Schluchten überbrückt.

Dies ist das Ergebnis einer Jacobs-Krönung-Studie über Familie in einer digitalisierten Welt, die das Institut für Demoskopie Allensbach durchführte.

Nur ein Drittel der Eltern ist der Ansicht, dass ihre Kinder in einer Welt leben, die ihnen völlig fremd ist. Die Hälfte der Jugendlichen findet, dass ihre Eltern gar nicht so weit weg sind von ihrer eigenen Welt. Zwei Drittel der Eltern sagen, dass sie von ihrem Nachwuchs den Umgang mit technischen Geräten gelernt haben.

Auch das Jugendwort des Jahres 2012 Yolo zeigt, dass sich die Welten von Jung und Alt nicht unähnlich sind. Die Abkürzung Yolo steht für „You only live once“ (Du lebst nur einmal). Früher sagte man: „Nutze den Tag.“

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass es verstärkt die Mütter sind, die zu Hause die Gespräche führen, sich nach dem Alltag der Kinder erkundigen, aber auch nach Konflikten mit Freunden fragen. Es sind also die Mütter, die Ansprechpartner für die Gefühlswelt sind. Die Gesprächsthemen der Väter sind überwiegend Computer, Technik und Sport. Schwerpunkte der Gespräche sind aber weitgehend die Interessen des Nachwuchses. Probleme der Eltern stehen ganz hinten auf der Gesprächsliste. Die Lieblingsthemen der Jugendlichen sind Hobbys, Taschengeld, berufliche Zukunft und moderne Medien.

Dies zeigt doch ein positives Bild unserer Familien. Auch wenn es die Eltern ärgert, dass der Nachwuchs zu oft vor dem Computer sitzt, sehen aber die meisten Eltern kein gravierendes Problem. Es wird trotzdem immer noch viel miteinander geredet, denn 47 Prozent der Eltern unterhalten sich täglich oder mehrmals am Tag mit ihren 14- bis 17-jährigen Kindern. Immerhin 36 Prozent mehrmals in der Woche.

Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach erwähnte, dass die Themen Liebe und Sexualität in den Familien keine großen Gesprächsthemen sind. Im Gegensatz zu den Medien, die diesbezüglich keine Tabus kennen. Dennoch bringen Eltern diese Themen gelegentlich zur Sprache, auch wenn die meisten Teenager nicht gerne darüber reden. Konflikte sind im Vergleich zu Früher seltener geworden.

„Die Generationen leben heute sehr entspannt miteinander“, sagt Renate Köcher. 84 Prozent der befragten Jugendlichen bezeichnen ihre Eltern als tolerant, die Atmosphäre als frei.

Der Hamburger Psychologe Michael Thiel sieht diese Entwicklung eher kritisch. „Familie muss auch ein Platz für Konflikte sein“. Renate Köhler bestätigt, dass die junge Generation nicht besonders konfliktfreudig ist, und Untersuchungsergebnisse weisen darauf hin, dass auch Frauen und Männer um die 30 schlecht mit Kritik umgehen können.

Thiel plädiert für ein gutes Maß an Medienkontrolle, für Zeiten, in denen der Computer ausgeschaltet wird. „Facebook ist ein Zeitfresser“, sagt er. Für ihn gilt hier: „Weniger ist mehr, und je später desto besser. Kommunikation muss man lernen, sonst wird der Umgang mit anderen Menschen allmählich angstbesetzt“.

Samstag, 24. Dezember 2016

Wir wünschen allen Lesern von „Kultur und Medien“ ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr

Zwar ist das Jahr an Festen reich,
Doch ist kein Fest dem Feste gleich,
Worauf wir Kinder Jahr aus Jahr ein
Stets harren in süßer Lust und Pein.

O schöne, herrliche Weihnachtszeit,
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Haus
Theilt seine lieben Gaben aus.

Und ist das Häuschen noch so klein,
So kommt der heilige Christ hinein,
Und Alle sind ihm lieb wie die Seinen,
Die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.

Der heilige Christ an Alle denkt,
Ein Jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freu'n und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798-1874)

Montag, 19. Dezember 2016

Neue Richtlinien zur Sexualerziehung: Gender in Bayerns Schulen eingeführt

Bekanntlich laufen Bayerns Uhren langsamer, so langsam aber nicht. Foto: David Kostner Wikimedia Commons Lizenz CC BY-SA 2.0
Mathias von Gersdorff

Am 15. Dezember 2016 traten in Bayern die neuen „Richtlinien für die Familien- und Sexualerziehung in den bayerischen Schulen“ in Kraft.

Im Vorfeld hatte es teils heftige Diskussionen gegeben. Eltern und Familienorganisationen fürchteten, dass die Gender-Ideologie ähnlich wie neuerdings in Hessen substanzieller Bestandteil der Sexualerziehung in Bayern werden könnte. Es wurden Straßenproteste angekündigt, es gab Gespräche zwischen Kultusminister Ludwig Spaenle und der „Demo für alle“ und auch hinter den Kulissen setzen sich viele dafür ein, um das Schlimmste zu verhindern.

In der Tat gehen die nun beschlossenen Richtlinien nicht so weit, wie ein entsprechender Entwurf aus dem Frühjahr dieses Jahres.

Zufrieden kann man aber keineswegs sein: Die neuen Richtlinien sehen ausdrücklich vor, dass die „Vielfalt der Lebensformen“ abzulehnende Rollenbilder und Geschlechtsidentitäten thematisiert werden, darunter Hetero-, Homo-, Bi-, Trans- und Intersexualität. 

An manchen Stellen gehen die beschlossenen Richtlinien sogar weiter als der Entwurf. Unterschiedliche Lebensformen und sexuelle Orientierung, die im Entwurf lediglich genannt wurden, werden im Kapitel "Geschlechterrolle und Geschlechtsidentität" ausdrücklich als Unterrichtszielen der einzelnen Jahrgangsstufen erwähnt. 

Die zuständigen Politiker der CSU waren allerdings klug genug, um ein radikales Gender-Lehrprogramm, wie er jüngst für Hessens Schulen verabschiedet wurde, zu vermeiden. Insbesondere werden die umstrittenen Inhalte in Bayern in späteren Jahrgängen behandelt als in Hessen.

So sollen erst in der 7. und 8. Klasse unterschiedliche sexuelle Orientierungen thematisiert werden. In der 9. Klasse sollen die Schüler lernen, Rollenklischees abzulehnen.

Allein anhand dieser Themensetzung lässt sich aber die gesamte Gender-Ideologie im Schulunterricht behandeln. Am Ende wird es von den jeweiligen Schulleitern und Lehrern abhängen, wie viel „Gender“ tatsächlich im Unterricht vorkommt. 

Immer wieder wird das „Erziehungsrecht der Eltern“ in den Richtlinien betont. Laut dem neuen Erlass soll aber Sexualerziehung fächerübergreifend und verbindlich stattfinden. Eltern haben de facto kaum eine Möglichkeit, realen Einfluss auf den Schulunterricht auszuüben. Schon heute ist Bayern das Bundesland, das am schärfsten die Schulpflicht durchsetzt, auch bezüglich der Sexualerziehung. Regelmäßig kommt es zu Konfrontationen zwischen Eltern und Regierung. 

Manche LSBTIQ-Gruppen protestierten reflexartig gegen die Richtlinien, denn sie enthielten keine Forderung nach „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ wie in Hessen. Doch damit war ohnehin nicht mehr zu rechnen. Die CSU will auf jeden Fall Proteste wie die in Baden-Württemberg oder Hessen vermeiden.

Diese wären aber durchaus angebracht: Seit dem 15. Dezember 2016 ist nämlich Gender Teil der schulischen Erziehung in Bayern.

© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung 

Berlin wird unter Rot-Rot-Grün zur Gender-Hauptstadt Europas

Mathias von Gersdorff

„Im Koalitionsvertrag wird die Stadt in schönste LSBTTIQ*-Regenbogenfarben getaucht. Das Wort >Kirche< kommt darin nicht vor.“

Dieser Satz aus einem Kommentar der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ zur neuen rot-rot-grünen Berliner Regierung fasst zusammen, was dort im Entstehen ist: eine Gender-Bastion.

Von Berlin aus soll die Gender-Ideologie wohl auf die ganze Welt ausstrahlen und sie beeinflussen: Am deutschen Gender-Wesen soll die Welt genesen.

Der deutsche Staat bereitet seit Langem mit deutscher Gründlichkeit Berlin zu einem Gender-Mekka vor. Hauptaktivist der staatlich verordneten Gender-Revolution ist Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig, die aus ihrem Ministerium ein revolutionäres Gender-Hauptquartier gemacht hat.

Aber sie unternimmt nicht alleine die Umwandlung des deutschen Staates zu einem Gender-Regime.

Etliche Bundesministerien beflaggen ihre Hauptsitze mit der Regenbogenfahne und ignorieren die Beflaggungsanordnungen des Bundes. Anfangs hat noch Bundesinnenminister Lothar de Maizière protestiert, inzwischen hat er resigniert. In unterschiedlichem Maße haben alle Bundesministerien Gender-Maßnahmen durchgesetzt.

Nun soll die neue rot-rot-grüne Koalition für Berlin dafür den endgültigen Durchmarsch vollziehen.

Die LSBTTIQ-Community kommt natürlich aus dem Jubeln nicht mehr raus. Obwohl die Stadt pleite ist, wird diese Klientel reichlich mit Geschenken bedacht. Vom Schutz queerer Flüchtlinge bis hin zu direkten finanziellen Zuwendungen aller möglichen Gruppierungen.

Zwar wissen viele im übrigen Deutschland, dass Berlin eine ziemlich schräge Angelegenheit ist, doch für den Rest der Welt ist Berlin die Hauptstadt dieses Landes und damit Stellvertreterin von allem, wofür dieses Land steht.

Aus diesem Grund ist es fatal, dass sich die Stadt völlig dieser Ideologie hingibt und sie mit missionarischem Eifer auf die ganze Welt auszudehnen versucht.

Gender ist eine neomarxistische Ideologie mit Wurzeln im Marxismus, im Radikalfeminismus und in den radikalsten Vertretern der sexuellen Revolution. Gender ist eine Doktrin wider der Vernunft und kann deshalb nur auf despotische Weise durchgesetzt werden.

Es ist eine Schande, dass Deutschlands Hauptstadt eines der Epizentren der weltweiten Ausbreitung dieser gefährlichen Doktrin ist.


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

Dienstag, 13. Dezember 2016

Ist „Gender“ das einzige Problem der neuen Lehrpläne zur Sexualerziehung?

 Mathias von Gersdorff

Seit Jahrzehnten wird in Deutschland heftig über die Behandlung von Sexualität im schulischen Unterricht gestritten. Diese Debatte verlief in großen Auf- und Ab-Bewegungen. Doch seit dem Bekanntwerden des baden-württembergischen „Bildungsplanes 2015“ im Jahr 2013 – also schon seit fast vier Jahren -  ist das Thema regelmäßig in den Schlagzeilen.

Aufgrund der Tatsache, dass in Deutschland Schulpolitik landespolitische Exklusivität besitzt, wandert das Epizentrum von Bundesland zu Bundesland. Zurzeit ist die Kontroverse am größten in Hessen, nachdem im Spätsommer 2016 ein radikaler Gender-Lehrplan von CDU-Kultusminister Ralph Alexander Lorz erlassen worden ist Diese Woche wurde ein Gender-Lehrplan für Sachsens Schulen bekannt. Es ist davon auszugehen, dass die Debatte dort ähnlich scharf geführt wird.

In all diesen Auseinandersetzungen der letzten vier Jahren lag der Fokus beim Thema „Gender“.

Eltern, Elternorganisationen, christliche Organisationen und manchmal auch die Katholische Kirche, wie etwa im Bistum Fulda, gehen auf die Barrikaden, weil sie in den neuen Lehrplänen die Gefahr einer Gender-Indoktrination sehen.

Das war auch der Ansatz der Aktion „Kinder in Gefahr“, die ich leite: Von Anfang an haben wir uns energisch dafür eingesetzt, dass Gender nicht in die Schulen eingeführt wird. Dieser Kampf wird voraussichtlich noch viele Jahre andauern.

Deshalb scheint es uns angebracht, darauf hinzuweisen, dass „Gender“ nicht das einzige Problem der neuen Lehrpläne und im Allgemeinen der Sexualerziehung ist. Bevor „Gender“ überhaupt im Gespräch war, galten bereits Lehrpläne zur Sexualerziehung, die alles andere als akzeptabel waren.

Hier sollen die wichtigsten Kritikpunkte (notwendigerweise knapp) angeführt werden.

1. Die Sexualerziehung ist eigentlich Sache der Eltern und nicht des Staates. Das ist vor allem die Position, die die katholische Kirche vertritt – seit den 1920er Jahren! Wichtigstes kirchliches Dokument zu diesem Thema ist die Enzyklika „Divini illius Magistri“ (Über die christliche Erziehung der Jugend) von Papst Pius XI. Die Sexualerziehung soll zum einen im Elternhaus stattfinden, sie soll zum anderen auch ethische Werte vermitteln. Sie darf sich also nicht auf die biologischen Zusammenhänge beschränken.

Nach katholischer Auffassung verletzt der Staat das Erziehungsrecht der Eltern, wenn er die Sexualerziehung an sich reißt. Vor allem wenn der Staat von laizistischen, sozialistischen und inzwischen neomarxistischen (Gender beispielsweise) Ideen beeinflusst ist, besteht die Gefahr, dass die Schulsexualerziehung in Konkurrenz zur ethisch-religiösen Gesinnung der Eltern (und der Kirche) tritt.

2. Wie oben schon angedeutet, besteht die akute Gefahr, dass die Schulsexualerziehung stark ideologisch und sogar antichristlich gestaltet wird.

Das ist im Falle Deutschlands definitiv der Fall. Hierzulande wurden die Richtlinien für die Sexualerziehung Anfang der 1970er Jahre eingeführt, also im Zuge der sog. „sexuellen Revolution“. Diese Richtlinien wurden ganz im Geiste der „Emanzipatorischen Sexualerziehung“ redigiert. Die Sexualerziehung sollte entsprechend dieser Auffassung bewusst und dezidiert an die Lehre vom Klassenkampf angewandt werden: Ehe und Familie wurden als Horte der Unterdrückung angesehen. Die christliche Sexualmoral war eine Erfindung der „bürgerlich-kapitalistischen“ Klasse, um die Jugend in die Ehe zu treiben und so Arbeitskräfte für den Produktionsprozess zu zeugen.

Erklärtes Ziel der „Emanzipatorischen Sexualerziehung“ war die Befreiung der Jugend von diesem "Joch". Sie sollte sich sexuell frei entfalten. Federführend in der Implementierung dieser Sichtweise von Sexualität in den Schulen war der pädophile Professor Helmut Kentler, wie Hedwig von Beverfoerde kürzlich in einer Mitteilung erklärt hat. Beverfoerde erläutert, dass Kentler auch nach seinem Tod noch großen Einfluss ausübt: "Der Kentler-Schüler Prof. Uwe Sielert, der Kentler als „väterlichen Freund“ bezeichnete, und seine Schülerin Prof. Elisabeth Tuider betreiben heute mit Hochdruck die flächendeckende Einführung dieser Sexualpädagogik."

Die Konzepte zur Sexualerziehung von Anfang der 1970er-Jahre waren dermaßen radikal, dass sie auf starken Widerstand stießen. Im Laufe der Zeit wurde in der Regel (also nicht immer!) der Sexualkundeunterricht moderater gestaltet, als ursprünglich vorgesehen. Dennoch sorgt dieser Unterricht seitdem für Skandale, Proteste, massive Übertretungen des Erziehungsrechts der Eltern und Verletzungen der kindlichen Unschuld. Im Kern sind die Thesen der "Emanzipatorischen Sexualerziehung" in den heutigen Richtlinien enthalten.

Abschließend muss man sich die Frage stellen, ob es möglich ist, den Sexualkundeunterricht zu reformieren.

Falls man die katholische Position vertritt (die auch meine ist), muss man eigentlich auf die Abschaffung der Sexualerziehung als Pflichtfach in der Schule hin arbeiten.

Der Einwand zu dieser Position ist stets, dass viele Eltern gar nicht in der Lage sind, diese Aufgabe zu übernehmen. Sie wollen, dass die Schule ihre Kinder erzieht. Doch dafür ist es nicht notwendig, dass die Sexualkunde in der Schule zur Pflicht gemacht wird.

Doch Sexualkunde als Wahlfach anzubieten, ist auch eine suboptimale Lösung: Zu groß ist die Gefahr, dass dieser Unterricht zur Indoktrination der Kinder missbraucht wird. Das ist genau, was man in den letzten Jahren wieder verstärkt zu tun versucht.


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung
Ihre Weihnachtsspende für die Aktion Kinder in Gefahr

"Marsch für das Leben" in Den Haag. Für eine moralische Klarheit unter den Nebeln eines falschen Rechts

Tobias Großbölting

Die Niederlande sind ein flaches Land, das zu fast einem Viertel unter dem Meeresspiegel liegt. Dämme zu bauen und den Wasserpegel beherrschbar zu machen, beschreiben eine Kunstfertigkeit, in der es Niederländer über Jahrhunderte zur Weltmeisterschaft gebracht haben. Dammbrüche sind undenkbar - und, falls doch, wie bei der Flutkatastrophe 1953, viel Land überflutet wird, lernt man schnell daraus.

Die Niederlande sind also ein fortschrittliches Land. Aber der Glaube an die technische Machbarkeit aller Lebensbelange hat in dieser Gesellschaft auch eine Sorg- und Achtlosigkeit herangezüchtet, die ihresgleichen sucht. Jener vielgepriesene Fortschritt löst die Dämme der Moral mehr und mehr auf: Inzwischen ist über die Hälfte der Niederländer konfessionslos. 

Seit Anfang der 1980er Jahre besteht ein äußerst liberales Abtreibungsrecht, das einen Schwangerschaftsabbruch bis zur 22. Woche und damit bis zur Lebensfähigkeit des Kindes außerhalb des Mutterleibes erlaubt. Mit der "euthanasiewet" wurde 2001 das weltweit erste Sterbehilfegesetz verabschiedet, das so liberal gehalten ist, dass selbst Minderjährige davon Gebrauch machen dürfen.

Ethisch gesehen, sind die Niederlande längst versumpft. Aber es tut sich etwas. Eine wachsende Zahl an Niederländern will jene Missstände nicht länger nurmehr hinnehmen und sich in falscher Toleranz üben. 

Ein Beispiel dafür ist der "Mars voor het Leven" - die niederländische Variante des "Marsches für das Leben", der alljährlich im Dezember in Den Haag stattfindet, um an den traurigen Jahrestag des Gesetzes zu erinnern, mit dem am 18. Dezember 1980 die Abtreibung legalisiert wurde. 

In diesem Jahr fand der "Marsch für das Leben" am Samstag, den 10. Dezember, statt. Um die 7.000 Menschen unterschiedlicher christlicher Konfessionen nahmen an dem Marsch teil. Väter und Mütter mit Kindern gehörten ebenso dazu wie Großeltern, desgleichen Jugendliche und Studenten, Priester und Ordensangehörige. 

Auch Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Litauen und den USA waren angereist, darunter Vertreter von SOS LEBEN ("Deutsche Vereinigung für eine christliche Kultur"), von "Droit de Naitre" (Frankreich) und der litauischen "Krikščioniškosios kultūros gynimo asociacija".

Die organisatorische Federführung der Veranstaltung lag in den Händen des Hilversumer Vereins "Schreeuw om Leven" ("Schrei ums Leben"). Eingeleitet wurde der Marsch mit einer Kundgebung, im Rahmen dessen auch Hugo Bos, Vorsitzender der katholischen "Civitas Christiana", sprach. Bos machte darauf aufmerksam, dass gerade die Stadt Den Haag, weil es Sitz des Internationalen Strafgerichtshofes ist, als Ort eines herausgehobenen Rechtsbewusstseins eine besondere Verantwortung zukomme. Den Haag werde aber dieser Rolle im Hinblick auf die Verteidigung eines Menschenrechtes Ungeborener nur äußerst unzureichend gerecht. Daher müssten alle Teilnehmer am Marsch wie ein unbequemer Stachel im Fleische dieser Stadt wirken.

In der Tat verfehlte der Marsch seine Wirkung nicht: In sich versunken oder leise den Rosenkranz rezitierend gingen die Marschierenden unbeirrt ihren Weg durch die in leichtem Nebel gehüllten Straßenzüge. Auf manchen Marschetappen wirkte die Stadt wie leergefegt, ja trostlos; dann wieder konnte es vorkommen, dass die Marschteilnehmer an Menschen mit offenen Mündern vorbeizogen. Es war entweder genervtes Desinteresse oder angenehmes Staunen, das sich kundtat. Gegenprotest blieb weitgehend aus. Einsam machte bloß eine Gruppe von etwa 20 lauthals schreienden Aktivisten auf sich aufmerksam. Unter Parolen von ehrlichem Hass mischten sich Tiraden professioneller Empörung oder tönte vulgäres Krakeele durch. Derlei dürfte die innere Ruhe der vorbeiziehenden Marschteilnehmer unberührt und ihre gebetsgestählte Entschlossenheit noch gestärkt haben. Vielleicht auch, weil ihnen gewiss ist: Schreiendes Unrecht schweigt am besten öffentlich!

Frankreichs sozialistische Regierung kriminalisiert Pro-Life-Internetseiten

In den letzten Monaten ihrer Regierungsmacht möchten die Sozialisten noch den größten möglichen Schaden anrichten. Foto: Matthieu Riegler, CC-by, CC BY 3.0
Mathias von Gersdorff

Internetseiten, die Frauen von einer Abtreibung abhalten wollen, sind von nun an in Frankreich verboten. Eine entsprechende Gesetzvorlage der sozialistischen Regierung fand eine Mehrheit im Parlament.

Das Gesetzesprojekt kommt aus dem Gleichstellungsministerium, welches unter der Leitung der Sozialistin Laurence Rossignol steht. Abtreibung sei ein Recht der Frau, und man dürfe keinen „moralischen Druck“ im Internet ausüben, so die Begründung des Gesetzes.

Für die Behinderung von Abtreibung sieht das neue Gesetz Strafen von bis zu zwei Jahren Haft oder eine Geldstrafe von 30.000 Euro vor.

Über das haarsträubende Vorhaben der französischen Linken gab es im Vorfeld eine heftige Debatte, an der sich auch das katholische Episkopat beteiligt hat.

Georges Pontier, Erzbischof von Marseille und Vorsitzender der Bischofskonferenz, erklärte, dass das neue Gesetz „die Fundamente unserer Freiheiten und vor allem der Redefreiheit in Frage“ stellt. „Das Recht auf Rede- und Meinungsfreiheit ist eine der tragenden Säulen unserer Demokratie.“

Konkret zur Problematik der Abtreibung in der französischen Gesellschaft erklärte der Erzbischof: „Wir erleben das sukzessive Vordringen einer Stimmung, die in sehr vielen Fällen dem starken Ermutigen oder sogar dem Erzwingen von Abtreibung vorarbeitet. Die dafür eingerichteten Internetseiten, auf denen die Menschen in einen Dialog eintreten und diskutieren können, werden jetzt unter Generalverdacht gestellt... Dass Menschen sich an diese Internetseiten wenden, zeigt auch, dass sie sonst keinen andere Anlaufstelle kennen, an die sie sich mit ihren Fragen und Sorgen wenden könnten!“

In Deutschland gab es auch in den letzten Jahren immer wieder Versuche, Lebensrechtler zu kriminalisieren. Dem „Lebenszentrum München“ etwa wurde verboten, sogenannte „Gehsteigberatungen“ von Frauen vor Abtreibungskliniken zu organisieren. Aber der Verein wehrte sich gerichtlich - und erhielt Recht.

Politiker von SPD, Grüne und „Linke“ behaupten stets, dass Lebensrechtler gegen das Selbstbestimmungsrecht der Frauen auf ihren Körper (das es so nicht gibt) hetzen und dafür Allianzen mit ultrarechten Gruppierungen eingehen würden. Auf diese Weise rechtfertigen sie Blockaden und Störungen der Straßendemonstrationen von Lebensrechtlern.

Google verbietet jegliche Werbung für Pro-Life-Seiten. Trotz massiver Kritik von Lebensrechtsorganisationen, die darin eine Einschränkung der Meinungs- und Pressefreiheit erkennen, hat der Internetriese seine Unternehmenspolitik in dieser Hinsicht bislang nicht geändert.

Die französischen Sozialisten gehen mit ihrem Gesetz zur „digitalen Behinderung des Schwangerschaftsabbruchs“ nun noch einen Schritt weiter. Darin wird definiert, welche Darstellung von Fakten richtig und welche falsch ist. Doch damit wird das Recht auf Meinungsfreiheit eingeschränkt, gegen Abtreibung zu sein.

Darum hält die Datenschutz-Aktivistin Adrienne Charmet dieses Gesetz für ein krasses Beispiel von Gesinnungsjustiz: „Es ist immer heikel, angebliche Lügen und Behauptungen unter Strafe zu stellen, wenn der Staat die Wahrheit definiert.“

Der Europäische Menschengerichtshof in Straßburg kam in einem Urteil zu einem anderen Ergebnis: An Betreibern von Internetseiten gegen Abtreibung sei nichts zu beanstanden. Es gelte dann einzuschreiten, wenn zur Gewalt aufgerufen werde oder der Tatbestand einer persönlichen Beleidigung gegeben sei.

Französische Lebensrechtler sind dabei, an die Barrikaden zu gehen. So hat die Organisation „Droit de Naitre“ eine Protestaktion an den Fraktionsvorsitzenden der Sozialisten in der Nationalversammlung, Bruno Le Roux. 


© Mathias von Gersdorff. Vervielfältigung nur mit schriftlicher Genehmigung

Kinder- und Jugendärzte begrüßen schottisches Rauchverbot bei Autofahrten mit Kindern

(PM des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V.) Wer in Anwesenheit von Kindern im Auto raucht, muss in Schottland mit empfindlichen Geldstrafen rechnen. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert auch hierzulande ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren.

Wer in Schottland mit Kindern in einem Auto sitzt, darf seit heute nicht mehr rauchen. Bei Verstößen ist ein Bußgeld in Höhe von 100 Pfund (119 Euro) fällig. Landet der Fall vor Gericht, droht eine Strafzahlung von bis zu tausend Pfund. Das schottische Parlament hatte die Verschärfung des Rauchverbots im vergangenen Dezember einstimmig verabschiedet.

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert auch hierzulande ein Rauchverbot im Auto, wenn Kinder mitfahren. Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: "Schon beim Rauchen einer einzigen Zigarette steigt die Konzentration der Tabakrauchpartikel im Fahrzeuginneren drastisch. Selbst bei geöffnetem Fenster erreicht nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die Schadstoffkonzentration Werte wie in einer Raucherkneipe. Mit fatalen Folgen für Kinder. Mit jedem Atemzug gelangen Tausende Chemikalien in ihre Lungen, die unter anderem Ashma, Bronchitis und langfristig auch Krebs verursachen können. Bei Babys gehört das Passivrauchen zudem zu den Hauptrisikofaktoren für den plötzlichen Kindstod. Der Gesetzgeber in Deutschland sollte also dem Beispiel Schottland schnellstmöglich folgen und das Rauchen im Auto verbieten, wenn Kinder mitfahren. In England und Wales, Griechenland und Frankreich gelten bereits schon länger ähnliche Gesetze. Die Kinder in Deutschland haben ebenfalls ein Recht auf Schutz vor Schadstoffen, die ihre Gesundheit in schwerster Weise gefährden."


Quelle:  www.kinderaerzte-im-netz.de

Montag, 12. Dezember 2016

Familientraditionen stärken das Wir-Gefühl und sind für Kinder und Familie wichtig

Lukas Leubnitz


„Das ist bei uns so Tradition“ – Dieser kleine Satz hat eine große Bedeutung.

Er zeugt von einem Gefühl von Zusammenhalt, von Erinnerungen an gemeinsame Feste, an bewegende und fröhliche Momente. Und es ist auch ein Hauch von Stolz dabei, dass es etwas gibt, das einen als Familie besonders und einzigartig macht!

Traditionen sind eine kostbare Sache und werden von vielen Menschen als wichtiger Teil ihres Alltags und Lebens empfunden. Da gibt es die „großen“ Traditionen an Festtagen wie Ostern oder Weihnachten, die später zu den wertvollsten Erinnerungen gehören und immer wieder die Vorfreude auf das nächste Fest zu wecken vermögen. Und es gibt diese ganz kleinen Rituale, die vielleicht so selbstverständlich und alltäglich sind. Mit Traditionen, Bräuchen und festen Ritualen geben wir unser Wissen und unsere Kultur an die nächste Generation weiter.

Traditionen bereichern das (Familien)Leben
Wiederkehrende Traditionen, Gepflogenheiten oder Rituale innerhalb der Familie haben eine große Bedeutung für das Zusammenleben im Alltag und an besonderen Festtagen, denn sie geben den eigenen Kindern Werte mit auf den Weg, die sie im Leben brauchen werden.

Geduld beispielsweise, wenn vor der Bescherung am Heiligen Abend erst noch gemeinsam musiziert wird. Rücksichtnahme, wenn zugunsten des „Familienkaffees“ die Verabredung mit Freunden verschoben wird. Oder Kompromissbereitschaft, wenn man sich wenigstens an einem Morgen des Wochenendes für das gemeinsame Frühstück früher aus dem Bett bequemt, als man es sonst zu tun würde.

Traditionen verbinden Menschen miteinander

Der traditionelle Sankt-Martins-Zug mit allen Kindern aus Grundschule und Kindergarten, der alljährliche Besuch des Krippenspiels. Die Begegnung mit Nachbarn. Das gemeinsame Einhalten guter Vorsätze während der Fastenzeit – das alles sind Momente, an die man sich später zusammen mit der Familie und Freunden erinnern kann. Oft mit einem wunderbaren Gefühl von Geborgenheit.

Traditionen helfen im Alltag nicht aneinander vorbei zu leben
Wie oft hat man am Ende eines Tages das Gefühl, dass es mal wieder an der Zeit fehlte, um sich auszutauschen, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, was in der Schule geschah und welche schönen und unschönen Momente die Arbeit mit sich brachte? Ein tägliches gemeinsames Abendessen oder eine halbe Stunde Zusammensein im Wohnzimmer vor dem Zubettgehen als feste Bestandteile des Alltags vermitteln die Sicherheit und die innere Ruhe, dass stets genug Zeit für Gespräche bleibt.

Traditionen schaffen verlässliche Strukturen
In den Tag hinein zu leben, nicht zu wissen, was morgen ist, das bereitet Kindern häufig Unbehagen. Feste Rituale, regelmäßig wiederkehrende Ereignisse helfen ihnen, die Welt zu verstehen, und geben ihnen Sicherheit. Sowohl alltäglich im Kleinen als auch über ein ganzes Jahr betrachtet.

Denn auch wenn „Wochen und Monate“ noch abstrakte Begriffe für Kinder sind: Das Laternenbasteln vor St. Martin oder Plätzchen backen vor dem ersten Advent lassen Erinnerungen an das vergangen Jahr aufleben, wecken die Vorfreude und vermitteln eindrücklicher „Nun ist es bis Weihnachten nicht mehr lange“ als viele Worte es vermögen.

Mit Informationen aus familie.de